Das wird ein Nachspiel haben

Gegenseitiges Kennenlernen bei der ZEIT-Stiftung (Foto: Boris Juhl)

Zum „Nachspiel“ der Stadtspieler-Kampagne am 12.12.2011 hatte die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius den Gerd Bucerius Gesprächskreis für junge Führungskräfte und die Beta Group aus dem ZEIT-Stiftungsprojekt „vernetzt“ eingeladen. Für die 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stand das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. Wurde anfangs nach bekannten Mustern agiert, gebaut und geworben, entwickelte sich nach und nach das, was Spiel bedeutet: ungewohnte Positionen einzunehmen, neue Blicke zu wagen, die eigene Person in anderen Kontexten zu erfahren. Die Besonderheit dieses Abends lag für das Stadtspieler-Team um Georg Pohl in der Fragestellung: Was zeichnet die Stadtspieler-Methode im Vergleich zu anderen Formen der Bürgerbeteiligung und Kommunikationsförderung aus? Für die Spielerinnen und Spieler und die Kampagne lag der Abend nahe an dem echten Nachspiel des griechischen Schauspiels: dem Satyrspiel. Gebaut wurde eine „Brücke zwischen Brücken – ein komplett sinnfreies Wahrzeichen für Hamburg“ oder ein „Kunst-Koloss“, eine „künstlerisch anspruchsvolle Mega-Skulptur aus Bronze“, die „in wirtschaftlich schlechten Zeiten als Rohstofflieferant“ dienen soll.

In der Freiheit dieser Bezüge, die das Stadtspieler-Spiel wohl so gut wie kein anderes Instrument herstellen kann, vollzieht auch die Idee des Nachbaues des römischen Colosseums in Hamburg einen echten Brückenschlag: zwischen Original und Duplikat, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, zwischen Hochkultur und Alltagsrhythmen. Wo, wenn nicht in Hamburg, dem Tor zur Welt, könnte eine solche Metapher den Abschluss für eine wunderbare Kampagne kennzeichnen, einer Reise durch 28 Milieus, Stadtteile, Veranstaltungsformen? Die Verbindung zwischen diesem allen hat nur zwei Konstanten: der Stadtspieler-Spielkarton (ein Zauberkasten!) und denjenigen selbst, der als Spielender durch die Orte und Welten geht. Was bleibt nach einem Jahr? Ein überwältigender Reichtum: an Ideen, Erlebnissen, Begegnungen, Kontakten, Sichtweisen. Stadt und die Potentiale dieser wohl markantesten Kulturleistung der Menschheit kann man nicht besser erfahren als in dieser Form. Wann und wo beginnt die nächste Kampagne? Das ist an dieser Stelle nicht der rechte Ort, darüber zu spekulieren. Aber es wird sie geben, die anderen, kleineren, größeren, aber sicher: eigenen Kampagnen, Wege, Erkenntnisse, Impulse durch Spiel.

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