Eine Familie spielt Party-zipation

Spielrunde bei Familie Vogel

Spielrunde bei Familie Vogel

Erst einen Fisch in den Fluss mit der wieder hergestellten Wasserqualität setzen, dann ein Floß für 30 Personen für die Bildung über Wasser- und Umweltqualität, als drittes ein RUWA (Rund ums Wasser) Informationszentrum und letztlich ein Expeditionsschiff, welches bis ins Polarmeer zu Erkundungen aufbricht: So sah die komplexe Strategie einer Mitspielerin bei dem Spielenachmittag der Familie Vogel am 10. April aus. Von neun bis 51 Jahre alt waren die Teilnehmer. Wie unterschiedlich der Blick der Generationen sein kann, zeigte sich beim gemeinsamen Entwickeln der Spiel-Story. Oft bewerten die Erwachsenen den großen Zusammenhang höher, als die Jugendlichen, die den Wert der einzelnen Aktion hochhalten. Themen, mit denen sie für die Gestaltung der Welt gewonnen werden sollen, sollten nicht akademisch verpackt sein. Es geht also um Party-zipation.

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„Es ist ein Spiel und es wird Wirklichkeit.“

Die Stadtspieler-Profis auf der "Cap San Diego" (Foto: Felix Borkenau)

Die Stadtspieler-Profis auf der "Cap San Diego" (Foto: Felix Borkenau)

Den Blick auf den aufgewühlten Hamburger Hafen gerichtet, trafen sich neun Stadtspieler-Profis zum Erfahrungsaustausch auf der Cap San Diego. Die Spielrunden am 8. April muteten dann auch eher wie eine Reise durch verschiedene Länder an.

Auf dem Spielbrett beeindruckten besonders die Ensembles, die durch eine mutige Tat Veränderung erfuhren: So quartierten sich Jugendliche in das etablierte noble Viertel der Reichen ein, um den dort lebenden Bürgerinnen und Bürgern Services anzubieten, die für diese von Wert sind. Die besten Umweltideen: Der künstliche Naturberg „Hamburger Vulkan“ mit Badesee und Rodelpiste in der Großwohnsiedlung sowie die „mobile Brücke“ als Station für alle Arten neuer Individualfahrzeuge.

Deutlich wurde, dass Formate wie die „Umwelthauptstadt Europas“ oder auch kleinere Beteiligungsprojekte – die Freifläche einer Wohnanlage oder ein öffentlicher Platz in der Stadt – andere Formen der Mitwirkung brauchen als gängige Instrumente der Bürgerbeteiligung. „Von der Transmission zur Transformation“: Die Teilnehmer forderten daher mehr als Wunschbücher, die in Regalen verstauben. Bürgerbeteiligung muss so relevant sein, dass sie auch Wirklichkeit verändern darf.

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„Die Stadt, in der ich gerne lebe“

Raum zum Denken: Stadtspieler im Museum für Völkerkunde (Foto: Arne Bosselmann)

Das Hamburger Museum für Völkerkunde engagiert sich für eine lebendige Nachbarschaft: Aktuell mit der Sonderausstellung „In deutschen Reihenhäusern – Familienleben in der Stadt“ und praktisch z.B. durch die Organisation eines eigenen Wochenmarktes vor dem Gebäude in der Rothenbaumchaussee 64.
Kein Wunder also, dass Stadtspieler zu Gast war. Am 5. April gab Museumsdirektor Prof. Dr. Köpke den Startschuss für 13 Mitspieler im prächtigen Kuppelsaal des Museums.

So unterschiedlich wie die 3 Spieltische besetzt waren, wurden auch die Ergebnisse: am Tisch der fünf Frauen wurde der Elfenbeinturm für lebenslanges Lernen prämiert, am Immobilienexperten und Architekten-Tisch fand eine lebhafte Auseinandersetzung über Vorhaben zum „Urban Gardening“ statt. Der Stiftungs- und Politik-Tisch kreierte das Motto des Abends und benannte seinen Stadtentwurf: „die Stadt, in der ich gerne lebe“.

Am Ende tauschten die Teilnehmer fleißig Visitenkarten – und unterstrichen damit den gelungenen Abend in ihrer Nachbarschaft.

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„Eine grüne Stadt über der grauen…“

Gebäude aus Knete in der JVA Billwerder

Gebäude aus Knete in der JVA Billwerder

Bei der Stadtspieler-Runde am 28. März waren Menschen gefragt, die für gewöhnlich bei der Bürgerbeteiligung außen vor bleiben – denn die Kampagne war zu Besuch in der Justizvollzugsanstalt Billwerder. Die zehn Teilnehmer an zwei Spieltischen entpuppten sich als besonders kreative Experten für den städtischen Lebensraum. Ihre Szenarien zeichneten sich durch eine beispielhaft nachhaltige Energieversorgung und einen hohen Stellenwert von Kindern und Familien aus. Konkret schlugen sie u.a. die Umwandlung von Büro- in Wohnflächen, eine Universität mit Kulturzentrum sowie ein Rathaus speziell für Bürgeranliegen vor. „Mein Traum ist es, eine Stadt in der Wüste zu gründen“, sagte einer der Teilnehmer gleich zu Beginn und machte damit deutlich, dass die Stadtspieler-Idee nicht nur den Gedanken der nachhaltigen Weiterentwicklung, sondern auch einen völligen Neuanfang beinhalten kann.

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„Fünf Bürger können die Stadt verändern“

Die Stadtspieler-Runde im Seemannsheim

Die Stadtspieler-Runde im Seemannsheim (Foto: Dr. Heidi Lehmal)

Die kreative Stadtspieler-Runde am 25. März 2011 fand im Deutschen Seemannsheim Hamburg direkt neben dem Hamburger Michel – im Rahmen des Projekts „10.000.000 Schritte – DBU überall in Deutschland“ – statt. Sie setzte sich aus fünf Mitspielerinnen und Mitspielern zusammen, die in sehr verschiedene Rollen schlüpften und damit eine farbenfrohe Reflexion des Gesehenen und Gestaltbaren in ihrer Stadt auf dem Spielbrett zusammentrugen. Ein cleverer Unternehmer, die Gründerin eines Mehrgenerationenhauses, eine Wissenschaftlerin, ein Einzelhändler und ein kreativer Lebenskünstler konnten trotz einer schwierigen Ausgangslage viele Potenziale ihrer Stadt nutzen: Z.B. nahm die neue Hochschule für Landschaftsplanung die eigene Stadt als Lehrgegenstand für eine verbesserte Umweltsituation, ein Natur-Wegenetz für Fußgänger und Radfahrer durch die ganze Stadt wurde errichtet und ein modernes Stadtinformationssystem eingeführt. „Fünf Bürger können die Stadt verändern“ war ein Fazit des Abends. Dabei wurde es als besonders wichtig angesehen, auf die Kompetenzen der anderen einzugehen und partizipierend zusammenzuspielen.

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“Wir dürfen die Stadt nicht den Marken überlassen.”

TRENDBÜRO

Das Trendbüro trifft auf die Stadtspieler (Foto: Felix Borkenau)

Trendbüro trifft: Am 11. März lud das Hamburger Trendbüro 24 Gäste ein, mit Stadtspieler Zukunftsthemen der Stadt zu beleuchten. Die originellste Idee wurde in der Spielrunde mit den kontroversesten Gesprächen gekürt: “Nur wo gestritten wird, kommen gute Lösungen zustande”. Die so genannte “Finger-weg-Zone” darf nicht bebaut oder dem Markt überlassen werden. Hier soll die Eigenheit der Stadt bewahrt und repräsentiert werden – ohne markante Bauwerke. Als zukunftsrelevantes Ensemble wählte der Tisch mehrheitlich die “Mocca-Passage”: “Sie ist ein Konzept – das emotionale Herzstück einer lebendigen Stadt, historisch gegenwärtig, zukunftsfähig, temporär”. Kleingewerbe, Gastronomie, Handel sind auf dieser verkehrsberuhigten Straße ebenso zu finden wie Wohnen und Bildung. Räume gewinnen an Bedeutung, die auf das natürliche Maß gründen: in der Ausstattung mit Grün, in der Bewegungsart zu Fuß (oder mit dem Fahrrad), in der Kommunikation mit der Begegnung von Mensch zu Mensch. Die auf einem Spieltisch erbaute Agora befand sich dem entsprechend nicht im Zentrum der Stadt, sondern in einem Quartier. Auch an diesem Stadtspieler-Abend wurde deutlich, dass die Stadt der Zukunft verstärkt von wechselnden Allianzen anstatt von altem Lagerdenken geprägt sein wird. Ganz in diesem Sinne fiel der Satz: “Wir dürfen die Stadt nicht den Marken überlassen.” und eröffnete nach dem Spiel im Trendbüro das Abendgespräch zwischen Menschen aus den verschiedensten Professionen, Ländern und Generationen.

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Kreatives Miteinander in „Colorado 2011“

Stadtspieler-Runde im PIA-Kesselhaus

Stadtspieler-Runde im PIA-Kesselhaus (Foto: Susanne Breul)

Eine weitere inspirierende Stadtspieler-Runde fand am 23. Februar im Rahmen der Aktion „365 Ideen für Hamburg“ im PIA-Kesselhaus in der Griegstraße statt. Sechs Teilnehmerinnen des Vereins P.I.A. e.V., dem norddeutschen Netzwerk von Planerinnen, Ingenieurinnen und  Architektinnen, entwickelten auf dem Spielbrett eine Vielzahl von bemerkenswerten Projekten – wie z.B. einen dezentralen Wochenmarkt mit Buden, die täglich an neue Betreiber vermietet werden, ein StartUp-Center in temporären Containern für junge Existenzgründer zur Lösung der Kriminalitätsprobleme im Gewerbegebiet oder ein Seniorenheim mit vielen Demenzkranken, die von den Jungunternehmern aus der Nachbarschaft als Partner für kreative Anregungen entdeckt wurden. Ihre Stadt, die sich durch einen großen Reichtum an vielfältigen Synergien im Hinblick auf eine nachhaltige urbane Gesellschaftspraxis auszeichnete, nannten die Erbauerinnen dann „Colorado 2011“.

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„Ich dachte, hier wird Kapitalismus gespielt“

Knetfiguren aus dem Wilhelm-Gymnasium

Früh morgens um 8 Uhr geht es lebhaft und manchmal auch kontrovers zu. Im Wilhelm-Gymnasium entwickeln 25 Jugendliche ihre Ideen für die Stadt von morgen. Dabei reicht die Bandbreite der Bauten vom Atomkraftwerk bis zur Golden-Gate-Bridge. „Ich dachte, hier wird Kapitalismus gespielt“, bemerkt einer der Spieler zu Beginn. Am Ende setzt sich eine andere Sicht durch: Nicht der Kampf um den Sieg steht im Mittelpunkt, sondern ein Dialog über das, was die Stadt braucht. Übrigens: Die Golden-Gate-Bridge steht für den Ideenaustausch zwischen Alt und Neu, zwischen Altstadt und Neustadt. In Hamburg sollte sie zwischen Hafen-City und Wilhelmsburg gebaut werden. Als Beitrag zur Umwelt spart sie Benzin durch kurze Wege, so der Brückenbauer-Meisterspieler. Eine andere besondere Idee: ein Stadttor rein aus pflanzlichen Materialien erstellt. Das Projekt fand im Rahmen des Geographieunterrichts statt.

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Eröffnungsspiel mit Elan und Esprit

Vier im Wettstreit der Ideen (Foto: Felix Borkenau)

Rund 90 Gäste füllten die roten Sessel im St. Georger Metropolis-Kino. Auf der großen Leinwand konnten sie ein Eröffnungsspiel voller Elan und Esprit erleben. Damit startete die Kampagne „365 Ideen für Hamburg – Green Capital 2011“. Ausgerichtet von der Hamburg Kreativgesellschaft spielten vier Gäste ein Demo-Spiel des Brettspiels Stadtspieler live. Mit dabei waren Lena Schiller-Clausen vom betahaus Hamburg, die Initiatorin und Geschäftsführerin des Festivals Elbjazz, Tina Heine, der Architekt Rolf Kellner vom Büro überNormalNull sowie der Pressesprecher des Dockville Festivals Jean Rehders. Egbert Rühl, Geschäftsführer der Kreativgesellschaft, stellte zu Beginn den Zusammenhang zwischen Umweltfragen und kreativen Lösungen her. Die kreativen Geister bewiesen dann Mut und Witz, um ihre neuen Ideen in Knetbienenwachs auf das Spielbrett zu bringen und wortreich zu verteidigen. Ihre Vorschläge für die grüne, kreative Stadt: eine Werkstatt für Existenzgründer und Innovation, damit auch in der Wissensgesellschaft neue Umwelttechnologien stadtnah produziert werden können sowie ein Öko-Haus am Fluss mit Aussicht auf die Stadt und wegweisender Architektur. Nach dem unterhaltsamen Auftaktspiel haben über 30 Gäste noch an weiteren Spielen teilgenommen. Die ersten 34 Ideen sind damit bereits im Kasten. Jetzt fehlen noch 331.

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“Wir haben mit den Händen gedacht.”

Visionen für die Uni

Am 14. Januar fand ein Open-Space-Forum zur Zukunft des MIN-Campus der Universität Hamburg statt. Dabei haben wir das Spielprinzip unserer Kampagne vorab ein letztes Mal erprobt.
Vier Mitspieler, langjährig tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität aus verschiedenen Fakultäten und der Verwaltung sowie ein Bewohner aus der Nachbarschaft spielten zusammen. Plötzlich wurde sichtbar, was die wichtigste Frage bei der Gestaltung des Neubaus ist: Wie können die Gebäude einen Beitrag leisten, Familie und Ausbildung sowie die Sprachen- und Kulturvielfalt mit dem universitären Wissenschaftsbetrieb besser zu verbinden. Als Anforderungen wurden formuliert: Die neuen Gebäude sollten eher in die Höhe gebaut werden, um keine Grünflächen zu verbrauchen. Es sollte Angebote für Familien (Studierende und Stadtteilbewohner), für Firmen zur Information und Kontaktbildung, für die Museen der Universität entstehen. Vor dem MIN Campus solle ein Torbogen entstehen, der die verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen symbolisiert und deutlich macht, dass der Uni-Campus das Herz der Universität Hamburg ist.
„Wir haben mit den Händen gedacht“, sagte einer der Wissenschaftler am Tisch am Ende überrascht von seinen eigenen Erkenntnissen. Dank des Spielbretts waren diese nicht nur verbal festgehalten, sondern auch farbenfroh sichtbar. Eine großartige Vorrunde für die Kampagne!

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